Workflow, Qualitätssicherung, Digitaldruck, Profile und Proofs – das waren Themen des dritten Print Media Production Forums am 1. und 2. Oktober im Stuttgarter Haus der Wirtschaft. Ausrichter des Forums waren der Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) und die European Color Initiative (ECI) in Zusammenarbeit mit der Bergischen Universität Wuppertal und der Hochschule der Medien Stuttgart.
Insgesamt 170 Teilnehmer beim Kongress und den begleitenden Workshops informierten sich rund um Prozesse, Werkzeuge, Standards und neue Wege der Medienproduktion. Die Dokumentation kann über die Verbände Druck und Medien bezogen werden (Art.-Nr. 86016). Fazit des zweitägigen Forums: Die Herausforderungen für die Medienproduktion wachsen weiter. Schnelligkeit, Qualität und innovative, überzeugende Produkte erfordern gut organisierte Abläufe und Werkzeuge in der Medienproduktion. Das Print Media Production Forum stellte Neuerungen wieder in anschaulicher Weise vor und bewies somit seine Funktion als zuverlässiger Technik-Navigator für die Druck- und Medienindustrie.
Unter der Moderation von Prof. Dr. Stefan Brües (Uni Wuppertal) war der erste Halbtag den „Workflow-Lösungen für Kunden, Agenturen und Druckdienstleister“ gewidmet.
Carsten Horn von der internationalen Werbeagentur Heye & Partner formulierte dazu das neue Selbstverständnis der Printproduktioner vom Workflow-Strategen bis zum Crossmedia-Planer und die Anforderungen an die Betriebe in der Web 2.0-Gesellschaft. Thomas Kredtke, Printmedienproduktioner bei Volkswagen, stellte die Trends aus Sicht eines internationalen Autobauers vor. Diese sind, so Kredtke, wachsende IT-Automatisierung für international übergreifende Medienproduktion mit Bereitstellung von Web-to-Print-Funktionalitäten für Importeure, automatisierte Ausgabeprozesse, aber auch der Ausbau interner 3D-Daten für medienübergreifende Anwendungen. Als dritten Trend nannte er eine klare Print-Spezialisierung. Chancen für Druck liegen aus seiner Sicht im hochwertigen Druck sowie in speziellen IT-Dienstleistungen. Kredtkes Erfahrtung: „Sehr viele Kunden erwarten schließlich Printprodukte, trotz vorheriger intensiver Online-Recherche.“
Ein Beispiel zeigte Dr. Rüdiger Schmidt (Bosch-Druck) mit dem „Online-Carkonfigurator to Print“. Die individualisierte Angebots-Broschüre verknüpfe die Stärken des Internets mit Print als „Emotional Appetizer“. Typische Anforderungen an Druckdienstleister in dieser On-demand-Produktion sind z.B. Mehrschichtbetrieb für schnelle Reaktionszeiten oder eine sichere, barcodeunterstützte Produktion, um Inhalt und personalisierte Umschläge korrekt zuzuordnen. Dazu hat das Unternehmen stark in Workflow und Logistik investiert sowie durch Marketing neue Bereiche wie Geburtstagsbücher oder individualisierte Rezeptbücher mit dem Online-Portal www.chefkoch.de erschlossen. Michael Adloff von der Theissen Medien Gruppe definiert seine Aufgabe als Mediendienstleister auch stets als Berater seiner Kunden, Kreativen bei der Lösung ihrer Kommunikationsaufgaben. Stichwort: Marketing für Technik-Dienstleistungen.
Zu Beginn des zweiten Kongresshalbtages zum Schwerpunkt Qualitätssicherung und Prozessoptimierung zeigte Harry Belz (bvdm) Möglichkeiten und Grenzen des standardisierten Offsetdrucks unter Praxisbedingungen auf. Messtechnik, Material und verfahrensbedingte Prozessschwankungen setzen der Verringerung der Produktionstoleranzen, wie sie etwa von Kundenseite immer wieder gefordert wird, Grenzen. Die Standardisierung nach ProzessStandard Offsetdruck – heute auf anspruchsvollem Niveau realisiert – muss immer auch die Wirtschaftlichkeit im Blick haben. Im Spannungsfeld von hoher Qualität, niedrigem Preis und kurzer Lieferzeit ist stets die Balance zu halten.
Ulrich Stetter (Schleunungdruck) demonstrierte am Beispiel seines Hauses, dass eine konsequente Festlegung auf wenige Standardpapiere, Druckfarben und Hilfsmittel viel zu einer stabilen Produktion „Drucken nach Zahlen“ beiträgt. Anpassungen und Tests im laufenden Mehrschichtbetrieb sind weder notwendig noch wirtschaftlich vertretbar. „Die Standardisierung verbessert die Produktqualität, das Know-how und das Beherrschen des Workflows. Verteilte Standorte erfordern ein einheitliches Produktionsergebnis und ein Arbeiten in anerkannten Toleranzen.“ Abschließend gab Wolfgang Totzauer (Verband Druck und Medien Bayern) einen Einblick in die aktuelle Arbeit des Verbandes bei der Einführung und Umsetzung des PSO. Erfolgsentscheidend ist die systematische Anwendung in allen Prozessstufen, kontinuierliche Schulung der Mitarbeiter und Aktualisierung der technischen Ausstattung. Die Zertifizierung eines Betriebes nach PSO ist ein letzter, formaler Schritt. Der Moderator Prof. Ronald Schaul (HdM Stuttgart) verzeichnete auch im Ausland eine wachsende Nachfrage nach dem ProzesStandard Offsetdruck, der 2010 neu erscheint.
Über geplante Neuerungen ab 2012 bei der Normserie ISO 12647 berichteten Dr. Günter Bestmann (Heidelberg), Karl Michael Meinecke (bvdm) und Andreas Kraushaar (Fogra). Die Normserie ISO 12647 wird seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Kontinuität und anwendungsorientierte Innovation sind die unbedingten Leitlinien bei ihrer Weiterentwicklung.
Das Altona-Test-Suite-Anwendungspaket, das 2010 ebenfalls komplett neu aufgelegt wird, stellte Karl Michael Meinecke (bvdm) vor. In der „ATS 2.0“ werden für Testformen und Referenzdrucke u.A. die neuen Standarddruckbedingungen „Offset 2009“ verwendet, die Florain Süßl (MetaDesign) erläuterte. Zahlreiche nützliche Tools für die Anwender zur Optimierung der PDF/X- Datenerzeugung von der Ghent PDF Working Group und von der PDF/X-ready-Initiative präsentierte und erläuterte zum Abschluß Stephan Jaeggi (PPC).
Thema am zweiten Vormittag waren Praxis und Potenziale im Digitaldruck. Datenlogistik, Maschinentypen und Besonderheiten der Druckverfahren und der Materialien, kleine Auflagen sowie die Weiterverarbeitung stellen spezielle Anforderungen in der Praxis. Reinhold Frech von Kodak benannte Unterschiede, Einsatzfelder und Besonderheiten der Elektrofotografie und der Inkjettechnologie. Vor allem die Elektrofotografie ermöglicht haptische Effekte im Druck und damit Aufmerksamkeit sowie eine gewisse Fälschungssicherheit. Anne-Sophie Gombart, Sappi Fine Papers Europe, stellte fest: Der nachhaltige Digitaldruck ermöglicht es, Lagerbestände zu reduzieren und nah am Markt zu sein. Anforderungen an nachhaltige Digitaldruckpapiere sind, so Gombart, ausgezeichnete Laufeigenschaften, einfache Proof- und Druckfähigkeiten. Typische Probleme in der Praxis seien die Planlage des Papiers durch Papierfeuchteverlust beim Trocknen oder Tonerabriss beim Falzen. Unbedingt zu beachten sind bei der Papierauswahl daher auch die Weiterverarbeitungsmöglichkeiten.
Ein neuer ISO-Standard, der die Besonderheiten des Digitaldrucks berücksichtigt, werde benötigt, so Andreas Kraushaar, fogra. Er kündigte für das nächste Jahr erste Arbeitsergebnisse dazu an. Dass Digitaldruckproduktionen gemäß ProzessStandard Offsetdruck eine gängige Marktforderung sind, belegte Henning Rose, Wegner GmbH eindrücklich anhand seiner Erfahrungen und Beispiele. Vor- und Nachauflagen im Digitaldruck (Hauptauflage Bogenoffset) sowie Hybridprodukte sind regelmäßige Kundenwünsche. Eine Konformität des Digitaldruck zum PSO (ISO 12647-2) konnte ermittelt und bestätigt werden, so der betreuende Technikberater Udo Eickelpasch vom Verband Druck und Medien Niedersachsen. In einer Diskussionsrunde mit allen Referenten und Michael Kappler (odd) wurde deutlich, dass sich heute die Digitaldruckverfahren als anspruchsvolle Technologien in diversen Marktsegmenten etabliert haben und sich rasch und dynamisch weiter entwickeln.
Die korrekte Datenerzeugung, Einsatz von Device-Link-Profilen und neue Möglichkeiten mit dem PDF/X-4 Workflow standen am Nachmittag im Blickpunkt ebenso wie die Anwendung des Monitorproof in der Prozesskontrolle bis zum Auflagendruck im Bogenoffset.
Bernd-Olaf Fiebrandt, Verband Druck und Medien in Baden-Württemberg, schilderte in einem Praxisbericht und im Dialog mit den Anwendern, warum Device-Link-Profile bei zwei Druckhäusern eingeführt und erfolgreich genutzt wurden. Seine Gesprächspartner waren Bernd Nischwitz (DruckhausDiesbach) und Frank Siller (Chr. Killinger GmbH). Florian Süssl, MetaDesign und Claas Bickeböller, fogra, konstatierten allerdings auch: „Device-Link-Profile können keine schlechten Daten korrigieren.“ Die Verlaufsumsetzung müsse noch visuell geprüft werden. Die PDF/X-Datei muss korrekt erstellt werden. Fehler in PDF/X-Dateien kann ein Device-Link-Tool nicht beheben.
Olaf Drümmer (callas software) und Florian Süßl nahmen dann PDF/X4 unter die Lupe und stellten die sehr zahlreichen und differenzierten Funktionen der „ATS Technical 2.0“ vor. Die „ATS Technical 2.0“, die sich noch in Entwicklung befindet, wird die umfassende Prüfung von Transparenz-Verarbeitungen gemäß PDF/X-4 erlauben. Sie soll als ein Bestandteil der „Altona Test Suite 2.0“ Mitte nächsten Jahres auf den Markt kommen.
Neue Möglichkeiten der Prozesskontrolle durch Softproof bzw. Monitorproof und ihre Vorteile wie Simulation von Veredlungsverfahren, Geschwindigkeit, Qualitätskontrolle, Zertifizierung waren abschließend Themen des Forums. Voraussetzung für hochwertigen Monitorproof an der Druckmaschine sind beispielsweise speziell ausgewählte TFT-Monitore, Schutzgehäuse mit Staubschutzfilter, Kontrolle und Steuerung von Normlicht und der Umgebungsbeleuchtung. Von Anbieterseite nahmen Oliver Kamann (K-Flow) und Michael Gall (Just Normlicht) zu diesen Fragen Stellung.
Peter Karp (Fogra) testete im Rahmen des FograCert-Soft-Proof-System unterschiedliche Monitore und analysierte die Anforderung an den Bildschirm. Ergebnis: Kein untersuchter Monitor war in allen Blickwinkel-Darstellungen perfekt. Jedoch eigneten sich IPS-Panels vergleichsweise gut für farbkritische Anwendungen.
Lothar Blomberg, topac GmbH (Bertelsmann) schilderte die Stufen der Einführung eines Monitor-Proof-Systems im eigenen Unternehmen bis zum Auflagendruck. Das System ist seit Sommer 2009 im Praxiseinsatz. Ziel ist es, das Volumen der Hardcopyproofs um mindestens die Hälfte zu reduzieren. Blomberg erhofft sich dadurch ein deutliches Einsparpotenzial.
Fazit des zweitägigen Forums: Die Herausforderungen für die Medienproduktion wachsen weiter. Schnelligkeit, Qualität und innovative, überzeugende Produkte erfordern gut organisierte Abläufe und Werkzeuge in der Medienproduktion. Das Print Media Production Forum stellte Neuerungen wieder in anschaulicher Weise vor und bewies somit seine Funktion als zuverlässiger Technik-Navigator für die Druck- und Medienindustrie.
Die kompletten Kongress-Beiträge sowie weitere Informationen zum Print Media Production Forum 2009 sind auf einer CD-ROM dokumentiert. Die Dokumentation kann über die Verbände Druck und Medien bezogen werden (Artikel-Nr. 86016). Der Vorteilspreis für Mitglieder der Verbände und der ECI beträgt 49,00 Euro zzgl. MwSt. und Versandkosten. Der reguläre Preis liegt bei 98,00 Euro zzgl. MwSt. und Versandkosten. (bvdm)
Das zweite Print Media Production Forum (PMPF), veranstaltet von bvdm und ECI am 3. und 4. September 2008 an der Uni Wuppertal bot auf hohem fachlichen Niveau aktuelle Themen zum gesamten Workflow anhand ausgewählter Beispiele von der Kreation bis zur Produktion von Printprodukten. 195 Teilnehmer beim Kongress und in zwei ergänzenden Workshops informierten sich umfassend in Vorträgen und Diskussionsrunden. 28 Experten aus Praxis und Forschung berichteten über Kundenanforderungen, neue Entwicklungen und Anwendungen bei Standards für die Datenerzeugung, die Farbkommunikation, die Prozesskontrolle in Druckvorstufe und Druck, von Materialien und Messtechnik. Der umfassende Proofsystemtest 2008 der Uni Wuppertal wurde erstmals vorgestellt. Von den Teilnehmern gab es ein sehr positives Feedback zu den Inhalten und den Wunsch nach einer Fortsetzung der Veranstaltung im Jahr 2009. Sämtliche Präsentationen sind auf einer CD-ROM dokumentiert.
Welche Anforderungen haben Kunden und Agenturen eigentlich, wenn es um die Produktion von Printmedien geht? Dieser Frage war der erste Halbtag des zweitägigen Kongresses unter dem Thema „Kundenanforderungen – Vernetzte Lösungen – Dialoge“ gewidmet. Vier hochkarätige Referenten von Agenturen und Dienstleistern stellten Ihre Sicht der Dinge vor, moderiert von Michael Adloff (twentyfour seven). Christian Rasche (McCann) und Till M. Schuette (Coca-Cola) aus Berlin berichteten über die Anforderungen and die Medienproduktion aus Sicht international tätiger Unternehmen. Andreas Michalski (CDO/ iBrams) stellte an Beispielen Geschäftsmodelle, Wertschöpfungspotenziale und Kundenerwartungen bei webbasierten Systemen (Web-to-Print) vor. Carsten Horn (Heye & Partner) sprach über Veränderungen der Prozesse im Bereich von Produktion/PrePress einer Werbeagentur. In den Beispielen wurde deutlich: technische Vernetzung und schnellere, direkte Zusammenarbeit von Kunden und Dienstleistern sind Motor der Entwicklung. Flache Hierarchien, kurze Wege, hohe Effizienz, Kosten- und Zeiterparnis werden Standard.
Den „medienneutralen PDF-Workflow mit PDF/X-4“ referierte Stephan Jaeggi (PrePress Consulting). Das neue Standard-Datenformat PDF/X-4 erlaubt u.a. Transparenzen und ist ein erheblicher Sprung in der Entwicklung. PDF/X-3 ist damit „in die zweite Reihe“ gerückt. Medienneutraler Datenaustausch ist heute technisch möglich und bietet etliche Vorteile: ausgabeunabhängig, flexibel, keine vorzeitige Farbraumreduktion, einheitliche Farbkonvertierung eines Jobs. Zum „systemübergreifenden Austausch von Farbdaten mit dem Standardformat CxF im Workflow“ gab Uwe Richter (X-Rite) einen Einblick in die Entwicklung. Farbdaten müssen einheitlich in Messgeräten, Farbmanagementsoftware, Proofsystemen, CtP, bis zur Prozesssteuerung im Druck kommuniziert werden Der CxF-Standard sollte offen sein für alle Applikationen, ein Container für alle erforderlichen Informationen.
Neue Kontrollmittel: den Ugra/Fogra Medienkeil CMYK 3.0 Proof präsentierte
Andreas Kraushaar (Fogra), die aktuellen Ergänzungen zum ECI/bvdm Gray
Control Strip stellte Florian Süßl (MetaDesign) vor. Er präsentierte auch
die jetzt veröffentlichten, neuen Druckbedingungen für Bogen- und
Rollenoffset (bvdm/ECI/Fogra/Ugra). Im Anschluss wurden die optimalen
Profil-Einstellungen bei Standard-Druckbedingungen erörtert. Nach einer
Einführung von Dr. Günter Bestmann (Heidelberger Druckmaschinen)
diskutierten Florian Süßl und Wolfgang Brügelmann (Peipers – Druckzentrum
KölnWEST), Bernd-Olaf Fiebrandt (vdm Baden-Württemberg), Klaus-Hermann Otto
(abc digital). Die Moderation lag bei Prof. Ronald Schaul (Hochschule der
Medien). Fazit: Das ideale Profil für alle Produktionsanforderungen in
Vorstufe und Druck gibt es nicht. Sehr wohl aber haben die Profile für
Standard-Druckbedingungen wie etwa „ISO Coated V2 (ECI)“ praxisübliche,
aktuell bewährte Einstellungen und erfüllen so gut die Anforderungen für
alle typischen Aufgaben in der Druckproduktion.
Der Monitor-Proof ist in der Praxis angekommen. Vorzüge des „immateriellen“ Proofs unter qualitativen, zeitlichen, ökonomischen und ökologischen Aspekten erörterten Roland von Oeynhausen (Otterbach) und Franz Herbert (ICS Europe). Aus Anwendersicht bestätigte Frank Mausbach, bauer druck Köln: Monitor-Proofing ist durchgängig bis zur Druckmaschine anwendbar. Anforderungen an eine Softproof-Zertifizierung stellte dann Peter Karp (Fogra) vor.
Anschließend präsentierte die Bergische Universität Wuppertal die Ergebnisse
ihres umfangreichen Projektes „Digitale Proofsysteme 2008“. Prof. Dr. Stefan
Brües, Claudio Wilmanns und sieben Studenten der Hochschule zeigten die
Ergebnisse eines Hardcopyproof-Anwendertests mit 21 beteiligten Sytemen in
sehr detaillierten Analysen und Einzelauswertungen. Ergebnisse: Monokultur
bei den Ausgabesystemen (19-mal Epson, zweimal Kodak). Bei den Proofsystemen
(Software) war elfmal GMG, fünfmal EFI, zweimal CGS, und je einmal Colorgate,
Heidelberg, Kodak vertreten. Die Proofergebnisse stimmten zueinander relativ
gut überein, 15 von 21 wurden z.B. visuell als akzeptabel bis sehr gut
bewertet. Die Auswertungen im Detail sind der Dokumentation zu entnehmen.
Neue Tools für Preflight und PDF-Workflow waren danach das Thema von Stephan Jaeggi. Neben Acrobat 9 sprach er dabei Tools von callas und Enfocus an sowie die Adobe PDF Print Engine 2. Wie Daten richtig umgerechnet werden (RGB, CMYK), wo eine Farbkonvertierung erfolgen sollte, war Thema von Claas Bickeböller (Fogra) und – erläutert duch Praxisbeispiele – von Peter Kleinheider (callas software). Abschließend demonstrierte Florian Süßl anschauliche Anwendungsbeispiele zur korrekten Verarbeitung von Transparenzen. Die im Mai 2008 aktualisierte, erweiterte bvdm-Publikation „Farbmanagement in DTP-Anwendungen“ beinhaltet dazu umfassende praktische Anleitungen für den Anwender (Art.-Nr. 85234).
Einflussfaktoren bei Materialien, optische Aufheller in Papieren waren das gemeinsame Thema von Andreas Kraushaar, Bernd-Olaf Fiebrandt und Sandra Withalm (M-real Zanders). Nach einer Einführung zu Eigenschaften und Wirkungen von optischen Aufhellern in der Prozesskontrolle durch Kraushaar (Messtechnik, Abmusterung, Abgleich Proof/Druck) berichtete Fiebrandt über praktische Erfahrungen und Lösungsansätze in Druckereien. Withalm beleuchtete das Phänomen aus Sicht des Papierherstellers und stellte allen Teilnehmern den neuen Leitfaden „Wer weiß was weiß ist?“ von M-real zur Verfügung. Zum Thema „Standard für Sonderfarben: wie funktioniert das? Gestaltung, Datenerzeugung, Proof, Druck“ gab Prof. Ronald Schaul eine Einführung. Danach diskutierten Prof. Schaul, Willem Bergholz (Michael Huber Group) Birgit Sutor (GMG) und Uwe Richter unter der Moderation von Florian Süßl. Fazit: Die Standardisierung von Sonderfarben ist deutlich komplexer als bei den Skalenfarben. Einflussfaktoren für verschiedene Klassen sind z.B. Papiere, Schichtdicken, Tonwertzunahmen, Transparenzen.
In der Schlussrunde des zweiten Kongresstages stellte Dr. Günter Bestmann eine bereits praxiserprobte Methode zur „Graubalance-Optimierung einer Druckbedingung nach Eigenschaften von Papier und Druckfarbe“ vor. Damit ist es möglich, einen Offsetdruck, ausgehend von einer Standard-Druckbedingung nach ISO 12647-2, bei Bedarf zusätzlich zu optimieren. „Messtechnik manuell und im Labor – Anforderungen an Normlichtkabinen und die Bedeutung für Softproof (Remoteproof)„lautete das Thema von Andreas Kraushaar, das abschließend von Prof. Dr. Stefan Brües mit Ulrich Krzyminski (Techkon) und Ulrich Kolnik (Just Normlicht) diskutiert wurde.
Das Print Media Production Forum 2008 bot eine Fülle aktueller, praxisbezogener Informationen auf anspruchsvollem fachlichen Niveau. Praxisdemonstrationen und Informationsstände von callas, CGS, GMG, EFI, Just Normlicht, K-Flow und X-Rite ergänzten das Programm vor Ort. Am Abend des ersten Kongresstages trafen sich alle Teilnehmer zu einem kommunikativen Get togehter.
Die begleitenden Workshops am 5. September vermittelten ergänzend vertiefendes Hintergrundwissen mit hoher Praxisrelevanz, Know-how sowie Tipps und Tricks für die tägliche Arbeit. Stephan Jaeggi erläuterte, wie ein medienneutraler Workflow auf Basis von ICC-Farbprofilen eingerichtet werden kann. Claudio Wilmanns erklärte in „Tools rund ums Color-Management“ wie typische Color-Management-Fragestellung mit Hilfe frei verfügbarer Tools und gängiger Programme bewältigt werden können.
Das Print Media Production Forum ist eine Veranstaltung des Bundesverbandes Druck und Medien e.V. (bvdm) und der European Color Initiative (ECI) in Zusammenarbeit mit der Bergischen Universität Wuppertal und der Hochschule der Medien Stuttgart. Die Durchführung liegt bei der Print & Media Forum AG.
Die kompletten Kongress-Beiträge sowie weitere Informationen zum Print Media Production Forum 2008 sind auf einer CD-ROM dokumentiert, die alle Teilnehmer kostenlos erhalten.
Neues Veranstaltungsformat erstmals vom 11. bis 13. September an der Hochschule der Medien in Stuttgart
Das Print Media Production Forum (PMPF), erstmals vom 11. bis 13. September 2007 an der Hochschule der Medien in Stuttgart durchgeführt, war der korrekten Erzeugung und Verarbeitung von Daten im durchgängig digitalen Arbeitsfluss gewidmet. Zum Leitthema des PMPF, das bei der Druckmedienherstellung kontinuierlich an Bedeutung gewinnt, informierten sich umfassend an drei Kongresstagen insgesamt 545 Teilnehmer. Der Kongress, ergänzt durch eine Ausstellung von 20 Systemanbietern, setzte sich über Creation und Premedia, PrePress bis zur Druckproduktion nach internationalen Standards mit dem gesamten Produktionsworkflow auseinander.
Differenzierte Tests von Prüfducksystemen wurden im Vorfeld des Kongresses durchgeführt,
ebenso Tests vor Ort von Messgeräten der Teilnehmer (Auflichtmessung, Monitormessung). Die
ausführliche Präsentation und Diskussion aller Testergebnisse erfolgte im
Kongress. Am 10. September fand zusätzlich ein gut besuchter Workshop zu
„Farbmanagement in Applikationen“ statt. Am Abend des ersten und zweiten
Kongresstages tauschen sich die Teilnehmer beim „Get Together“ zwanglos aus.
Beim in deutscher und englischer Sprache durchgeführten PMPF waren Akteure
und Besucher aus zehn europäischen Ländern präsent. Veranstalter des Print
Media Production Forum sind der Bundesverband Druck und Medien e.V. (bvdm)
und die European Color Initiative (ECI). Kooperationspartner sind die
Hochschule der Medien Stuttgart, die Universität Wuppertal, FDI, die
Usergroup Prepress sowie weitere europäische Fachorganisationen. Die
Dokumentation des PMPF steht auf CD-ROM zur Verfügung. Das Print Media
Production Forum 2008 ist im Herbst kommenden Jahres geplant.
„Creation + Premedia“ behandelte am ersten Tag ausführlich die Themen digitale Fotografie, Farbmanagement in DTP-Applikationen, PDF-Standards und Print to Web 2.0. Die Analyse digitaler Kamera-Rückteile, Funktionen von Farbprofilen und Einstellungen wurden an der Hochschule der Medien, Stuttgart, durchgeführt und zum Kongressbeginn von Prof. Ronald Schaul und Eva Löffler vorgetragen. Die neuen „roman16 bvdm-Referenzbilder“, ihre Entstehung und Nutzung wurden von Praktikern aus Fotografie und Medienvorstufe diskutiert, ebenso Anforderungen an Datenformate und Standards in Digitalfotografie und Druckvorstufe zur Sicherstellung optimaler Arbeitsabläufe und Bildwiedergabe. Die Neuerungen der Adobe Creative Suite 3 im Detail war Thema von Rufus Deuchler, Senior Evangelist Creative Solutions bei Adobe. Florian Süßl, MetaDesign AG, Berlin, erläuterte anschließend die geänderten Farbmanagement-Funktionen von CS3 und gab Empfehlungen für optimale Arbeitsabläufe.
Die kommende Generation des Standard-Datenformats „PDF/X-4“ erlaubt z.B.
Transparenzen, die immer häufiger von Gestaltern genutzt werden. Über solche
Weiterentwicklungen des PDF/X-Standards sprach Stephan Jaeggi, PPC Binningen
(CH), einer der weltweit führenden PDF-Experten. Den 2005 entstandenen
ISO-Standard für Langzeitarchivierung „PDF/A“, der auch für Dienstleister in
der Medienproduktion hohe Bedeutung hat, erläuterte Olaf Drümmer, callas
software, Berlin. Im Bezug auf die Methoden und Empfehlungen der ICC zum
Farbmanagement in der Druckindustrie wurde in der Diskussion festgestellt,
dass hier Anforderungen der Praxis noch nicht hinreichend erfüllt seien. Es
sei an der Zeit, in einer Initiative „ICC 2.0“ diese Defizite baldmöglichst
aufzuarbeiten.
Abschließend gab Prof. Dr. Stefan Brües (Uni Wuppertal) Einblicke in die Entwicklungen von „Print to Web 2.0“. Neuartige Konzepte zur Erzeugung und Verbreitung von Nachrichten, Meinungen, Musik, Video usw. sind auf Basis von Web 2.0 möglich. Von der Gewinnung der Inhalte (Content) über deren vernetzte, dezentrale redaktionelle Aufbereitung bis zur Wiedergabe auf beliebigen (mobilen) Endgeräten beim Nutzer, der sich aktiv an solchen Prozessen beteiligen kann, stehen hier ungeahnte Möglichkeiten offen. Hilmar Riemenschneider (Westfälische Nachrichten, Münster) zeigte auf, wie solche Konzepte pragmatisch und mit Erfolg in einem regionalen Zeitungsverlag umgesetzt werden können.
Ein Schwerpunkt des zweiten „PrePress to Print“-Tages bildete die Präsentation von Ergebnissen aus Projekten von Hochschul-Teams und Forschungsinstituten, durchgeführt im Vorfeld des Kongresses. Tests von Digitalproofsystemen (Hardcopy), Remoteproof-Abstimmung und Kontrollkeil-Konzepten wurden ausführlich und anschaulich durch ein studentisches Team der Uni Wuppertal unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Brües und Claudio Wilmanns präsentiert. Eine erste Prooftestserie der „roman16 bvdm-Referenzbilder“ in zwei Standard-Druckbedingungen wurde vorgestellt und im Ausstellungsbereich präsentiert. Softproof und Proofzertifizierung waren Themen der Fogra. Den Anwendungsstand standardisierter Vorstufen- und Druckproduktion in ihren Ländern und die Support-Maßnahmen von Verbänden stellten Fachleute aus Italien, Großbritannien und Spanien vor. Kurzberichte zur zweiten Edition des Altona-Test-Suite-Anwendungspakets 2008 (Vorschau) und zur bevorstehenden Aktualisierung der Tiefdruck-Standard-Druckbedingungen folgten. Ein weiterer Schwerpunkt waren Workflow-Automation und Datenprüfung zur Unterstützung standardisierter Produktion. Dabei wurden neben kompletten Workflowlösungen eines Anbieters Werkzeuge für einzelne Aufgabenstellungen behandelt, die der Anwender in Eigenverantwortung auswählt und einsetzt. Ausführliche Diskussionen unter Einbeziehung der Systemhersteller und des Auditoriums folgten den Präsentationen.
Der dritte Kongresstag stand ganz im Zeichen der „Print Production“. Zum Einstieg gab es eine Vorschau auf den ProzessStandard Offsetdruck 2008, der im kommenden Jahr in vollständig überarbeiteter Form neu herauskommt. Beiträge zur Entwicklung neuer Standarddruckbedingungen für den konventionellen Offsetdruck und für den Druck mit nichtperiodische Rastern folgten. Erfahrungen von Kunden und Dienstleistern bei der Anwendung der standardisierten Produktion waren Themen eines Roundtable. Dabei wurde deutlich, dass Anwendungspraxis und Fachwissen sich heute auf durchaus unterschiedlichem Niveau befinden. Erfolgreiche, konsequente Umsetzungen der Standardisierung durch Dienstleister, Kunden und Lieferanten seit mehreren Jahren – mit deutlichen Vorteilen für Prozess-Sicherheit und Produktgüte - standen Beispiele gegenüber, wo noch viel Aufklärungsarbeit und Grundlagenvermittlung vonnöten ist. Ähnliche Erfahrungen berichteten die Druckmaschinenhersteller, die einen klaren Trend zur umfassenden Steuerung und Optimierung des Druckprozesses mittels Messtechnik und Kontrollsystemen feststellten. Zur systematischen, standardbasierten Prozesskontrolle gibt es auch aus Sicht der Hersteller keine Alternative. Als entscheidende Erfolgsfaktoren wurden in der Gesprächsrunde die regelmäßige Wartung, Systeminstruktion, Schulung neuer Anwendungen (Mess- und Regeltechnik) benannt. Hier wurde seitens der Hersteller eine zu geringe Bereitschaft vieler Druckereien zur Investition in solche Leistungen festgestellt, dadurch seien Anlaufzeiten bei neuen Maschinen manchmal sehr lang.
Der Einfluss der Materialien (Druckpapiere, Druckfarben) auf den standardisierten Druck, dem auch die Druckmaschinenhersteller hohen Stellenwert zuordneten, war ein weiteres Schwerpunktthema. Experten von Papierherstellern, Druckfarbenherstellern und der Fogra sprachen zur Entwicklung der Materialien im Markt und zu deren Normkonformität. Die Klassifikation der Papiere und deren mögliche Weiterentwicklung, der Einfluss von optischen Aufhellern (Messtechnik, visuelle Bewertung), wichtige Einflussfaktoren wie Tonwertzunahme wurden ebenso angesprochen wie die Normkonformität und Toleranzen bei Druckfarben. Die Fogra stellte eine weltweite Bestandsaufnahme von aktuellen, marktgängigen Papieren (z.B. bezüglich Färbung) vor, die in die weitere Normungsarbeit einfließen wird. Von Anwenderseite kam erneut die seit langem formulierte Forderung, zu allen Papieren die wichtigsten Eigenschaften bezüglich Farbmanagement und Prozesskontrolle im Druck herstellerseits einheitlich anzugeben, entsprechende Informationen wurden auch bei Druckfarben gefordert. Beschränkt man sich auf wenige Basiskriterien, erscheint diese Forderung auch aus Herstellersicht durchaus realisierbar. Das Für und Wider verschiedener Farbabstandsformeln in Messtechnik und Prozesskontrolle (Delta E 76, Delta E 2000) wurde diskutiert. Dabei wurde klar, dass die in ISO-Normen aktuell gültige Delta E 76-Methode durchaus Vorzüge hat, die einen kurzfristigen Wechsel nicht ratsam erscheinen lassen.
Begleitend zum Kongress fanden Tests von Farbmessgeräten der Teilnehmer (Auflichtmessung, Monitormessung) statt, unterstützt von Studenten der Hochschulen Wuppertal und Stuttgart sowie von Wissenschaftlern der Fogra. Ausführliche Ergebnisberichte zu diesen Tests wurden am dritten Kongresstag vorgetragen. Abschließend stellten Vertreter von europäischen Fachorganisationen unter dem Stichwort „Printing Standard Network“ ihre aktuellen Projekte und Maßnahmen zur Einführung und Anwendung von internationalen Normen in der Branche vor.
In der kongressbegleitenden Ausstellung, in der sich 20 Unternehmen präsentierten, informierten sich die Teilnehmer zu aktuellen Technologien rund um die Kongressthemen, etwa zu Softproof- und Hardcopy-Prooflösungen, Messgeräten, Workflow-Lösungen und -Tools.
Der Großteil der Kongress-Beiträge sowie weitere Informationen zum Print Media Production Forum 2007 sind auf einer CD-ROM dokumentiert, die alle Teilnehmer kostenlos erhalten haben. Die Dokumentation kann auch für 98 EUR zzgl. MwSt. und Versandkosten (Mitglieder: 49 EUR zzgl. MwSt. und Versandkosten) bezogen werden unter www.point-online.de (Artikel-Nr. 86016).
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